Matthias Gröne

Persönlich

Als ich einem Freund damals erzählte, dass ich vor hätte, Coach zu werden, da sagte er mir: „Ja, das kann ich mir für dich gut vorstellen.“ Und wenn ich heute mit Menschen spreche, höre ich oft, dass man mir die Begeisterung dafür anmerke, dass es eben „genau mein Ding“ sei und meiner Natur entspräche.

1968 in Bochum geboren, kann ich heute sagen, dass ich bis zum Abschluss meines Studiums zum Ingenieur - und darüber hinaus – ein tolles Leben führte. Ich hatte alle Freiheiten und konnte meine Werte und Ideale voll ausleben. Als Christ engagierte mich für Andere in der Gemeinde, in der Jugendarbeit, im AStA (Allgemeinen Studierendenausschuss), in der Fachschaft. Ich liebte die Menschen, wollte die Welt verbessern, Nächstenliebe üben. Ich steckte voller Idealismus.

Ich liebte die Menschen, wollte die Welt verbessern, Nächstenliebe üben.


Mein Leben war auf Erfolgskurs. Direkt aus meiner Diplomarbeit heraus fand ich eine Anstellung als Jung-Ingenieur in einer Weltfirma. Die Karriere war vorprogrammiert. Ich heiratete. Wir bauten mit eigenen Händen ein Haus im Sauerland („leben, wo andere Urlaub machen“). Wir verdienten viel Geld. Ich wurde Projektleiter und Führungskraft.

Doch nach und nach, ohne es zu merken, verflog mein Idealismus. Zwei wesentliche Strömungen hatten mich erfasst.
1. Ich befand mich in einem Spannungsfeld zwischen meinem christlich geprägten Anspruch im Umgang mit Menschen und der unternehmerischen Wirklichkeit. Alle Führungskräfte in meinem Umfeld, alle Projektverantwortlichen, auch die Geschäftsführung sahen in unseren Mitarbeitern nur die Funktion und nicht den Menschen. Das traurige Ergebnis war, dass viele Mitarbeiter tatsächlich nur noch funktionierten. Einige erzählten mir, sie lebten nur noch von Wochenende zu Wochenende, von Urlaub zu Urlaub. Andere sagten, sie würden bis zur Rente nur noch ihre täglichen acht Stunden absitzen. Sie hatten aufgegeben.

Viele Mitarbeiter funktionieren nur noch. So wollte ich meine Teams nicht führen. Dieser Kampf kostete viel Kraft.


So wollte ich meine Teams nicht führen. Ich baute persönliche Beziehungen auf, nahm die Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse hinein, hielt sie regelmäßig über alle Entwicklungen in- und außerhalb der Projekte auf dem laufenden. Alle waren motiviert und wir schafften selbst die zeitkritischsten Termine. Meine Chefs ließen mich zwar gewähren, aber grundlegend änderte sich nichts. Weil es so gut lief, wurden die Anforderungen weiter nach oben geschraubt.

Allein diesen Kampf zu führen, das raubte mir viel Kraft.

Ungeprüfte Glaubenssätze verhindern, ein Leben nach meiner Natur zu führen.
Nur darauf zu sehen, was fehlt, macht unzufrieden und raubt alle Kraft.

2. Ich hatte einen Traum von Gerechtigkeit. Mein erster Glaubenssatz war, wer viel und gute Leistung erbringt, der wird dafür auch belohnt. Der zweite Glaubenssatz: gute Leistung bringt, wer perfekt ist. Und drittens: Geld und Karriere sind wichtig zu erreichen und machen glücklich. Wenn ich also glücklich sein will, muss ich mich anstrengen und perfekte Leistung erbringen. Ohne darüber nachzudenken, hatte ich diese Annahmen übernommen.

Leider ging es nicht gerecht zu. Bei mancher Beförderung wurde ich übergangen. Und das auch noch von Leuten, die weniger Leistung brachten als ich. Nach und nach geriet ich in den gleichen Strudel, wie viele der oben erwähnten Kollegen. Ich war frustriert, kraftlos, deprimiert.

Das war nicht mehr ich. Ich hatte meinen Idealismus, meine Werte, ja sogar ein Stück meines Glaubes verloren. Ich sah nur noch den Mangel. Das, was fehlte. Das, was schlecht war. Und verantwortlich waren die Anderen, die Umstände.

Dann geschahen nach und nach drei Dinge, die mein Leben von Grund auf veränderten:
Zuerst ging meine Firma bankrott. So war ich gezwungen, mich zu verändern. Diese Erfahrung war aber so positiv, dass ich 2011 den Mut fasste, mich als Berater selbstständig zu machen. Endlich diesem Hamsterrad zu entfliehen.

Dann beendete mein wichtigster Kunde von Heute auf Morgen die Zusammenarbeit. Plötzlich stand ich vor dem „Nichts“. Wieder stand eine Veränderung an.

In dieser Zeit lernte ich einen Coach kennen. In der Arbeit mit ihm gewann ich neuen Mut. Ich begann wieder, meine ureigenen Werte zu entdecken. Die verheerenden Glaubenssätze konnte ich über Bord werfen. Ich entdeckte wieder den Idealismus, den ich verloren hatte, ohne es zu bemerken. Plötzlich fühlte ich mich erleichtert und frei. Ich war wieder voller Energie und Motivation.

So entschloss ich mich, ein professioneller Coach zu werden. Endlich konnte ich wieder meiner Leidenschaft nachgehen, Menschen zu helfen. Ihnen mit Liebe begegnen. Natürlich habe ich nicht die Antworten auf alle Fragen. Aber ich habe in meiner Ausbildung fantastische Möglichkeiten und Werkzeuge kennengelernt.

Ich lebe heute mein Leben, indem ich anderen helfe, das Ihre zu finden. Und ich freue mich, wenn ich auch Ihnen helfen darf.

Ich lebe heute mein Leben, indem ich anderen helfe, das Ihre zu finden.